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Frauenunterdrückung in Afghanistan

Als im März 2001 im Banniyantal in der Nähe von Kabul, Afghanistan mehrere Buddhastatuen, die als steingewordener Frevel galten, von den Taliban gesprengt wurden, protestierte die ganze Welt. Der Dalai Lama, islamische Geistliche, ja sogar Pakistan, Saudi-Arabien und die
Emirate (die einzigen Staaten, die die Taliban anerkennen) warnten vor den Folgen, die die Sprengung der heiligen Stätte mit sich bringen wird. Die Welt schreit auf, gleichzeitig ziehen nur wenige die Parallele zu der mörderischen Frauenunterdrückung, die seit September 1996 im Land des Hindukusch amtlich verordnet ist. Erst jetzt nach der Vernichtung der steinernen Statuen schauen die anderen Länder der Erde wieder hin und beklagen, dass der Fanatismus die Menschen in Afghanistan zu ersticken droht. Bei den weiblichen Bewohnern ist dies sogar wörtlich zu nehmen. Selbst bei der größten Hitze müssen sie lange Gewänder, die so genannte Burka tragen, die selbst die Augen mit einem Schleier verdeckt. 
Dadurch, dass die Frauen quasi blind sind, geschehen viele Unfälle, Frauen dürfen keine Hosen tragen, nicht einmal Rockhosen unter der Burka. Auch dürfen ihre Schuhe keine Absätze haben, da diese möglicherweise Geräusche produzieren und die Männer dürfen die Schritte einer Frau nicht hören.

Die Frauen müssen ihre Fußgelenke immer bedeckt halten, sonst werden sie öffentlich ausgepeitscht.

Farbenfrohe Kleidung ist den Frauen ebenfalls untersagt, da diese als „sexuell anziehend“ gelten. Selbst Kosmetik dürfen Frauen nicht benutzen. Häufig werden den Frauen mit lackierten Fingernägeln die Finger abgeschnitten.

In den Augen der Taliban sind Frauen bedrohliche Untermenschen, die es völlig zu kontrollieren gilt. Körper, Kopf und Seele! Seit 1996 die Taliban die Macht in Afghanistan übernommen hat, dürfen Frauen nicht mehr arbeiten. Und das ist ein Teufelskreis. Es gibt jetzt weder
Ärztinnen noch Lehrerinnen, obwohl sie dringend gebraucht werden. Und da Frauen verboten wurde, sich von männlichen Ärzten behandeln zu lassen, bedeutet deswegen der schlechten hygienischen Verhältnisse für viele das Todesurteil. Nur in Kabul gibt es ein Krankenhaus, in dem es ein paar Ärztinnen gibt. Auch die vielen tausend Kriegswitwen dürfen nicht arbeiten, sondern müssen mit ihren Kindern betteln gehen oder verhungern.

Die Sittenpolizei hat befunden, dass der Koran und die Sprüche des Propheten ausreichend sind für die Frauen. Also wurde den Mädchen jegliche Schulbildung versagt. Es gibt einige Untergrundschulen, doch die unterrichten unter größter Gefahr.

Wenn es nicht unumgänglich ist, sollten die Frauen sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Und wenn doch, dann nur in Begleitung eines Mahrans (naher männlicher Verwandter wie Vater, Bruder
oder Ehemann). 

Doch die Frauen zeigen sich selten auf der Strasse, denn die Sittenpolizei kontrolliert sie genau. Sie dürfen nicht einmal mit einem männlichen Verkäufer sprechen oder ihm gar die Hand geben. Dies wird sogleich als Ehebruch angesehen und mit dem Tod durch Steinigung bestraft. Frauen, die sich gegen die Unterdrückung durch dir Taliban auflehnen, sind in ihren Augen nichts weiter als Prostituierte, die einen westlichen Lebensstil einführen wollen. Die Frauen von der Untergrundorganisation RAWA, die von Pakistan aus arbeiten, tun dies unter Lebensgefahr. Denn die Taliban steht eng mit den Pakistanern im Bunde, und auf Demonstrationen schlagen sie gemeinsam die Frauen zusammen.

Die wirksamste Waffe der RAWA-Kämpferinnen ist das Internet. Auf ihrer Website informieren sie ausführlich über die Verbrechen der Taliban, die Zustände im Land, die Aktivitäten der Frauengruppen und die Möglichkeit zu helfen, Durch die vielen Kriege ist Afghanistan ein
instabiles Land geworden. Die Taliban glauben trotzdem, dass sie es alleine schaffen. Doch bis heute gibt es in der Hauptstadt am Abend nur eine Stunde lang Strom. Die Mütter- und Kindersterblichkeitsraten gehören zu den höchsten der Welt. Und nur noch jede 25. afghanische Frau kann lesen und schreiben.
Heute ist Afghanistan ein Gefängnis, ein Hochsicherheitstrakt für die (weibliche) Hälfte seiner Menschen. Die Fenster, hinter denen Frauen wohnen, werden undurchsichtig bemalt. Auf den Balkonen ihrer Häuser dürfen sie sich nicht blicken lassen. Alles damit sie von außen nicht gesehen werden können Und die männlichen Verwandten haben uneingeschränktes Recht über ihre weiblichen Familienmitglieder. Oft genug heißt das Demütigung, Schläge und Vergewaltigung.

Die Buddhas von Bamiyan waren stumm und fanden viele Stimmen. Wie laut müssen afghanische Frauen noch schreien um wahrgenommen zu werden von der Welt?

Doch die Zerstörungskampagne der Taliban geht weiter. Das Ziel: Das
weltberühmte Ali-Grabmal, Pilgerstätte für Millionen Moslems und eines der schönsten Zeugnisse islamischer Hochkultur.

Wenn islamische Heilige, Könige und Poeten im Land der Intoleranz nicht mehr verehrt werden dürfen –wie können dann Frauen aufs Überleben hoffen?

www.rawa.org

www.gfbv.de/voelker/asien/afghan.htm

Saskia Melzow

11.Klasse