RUDIMENTE Schülerzeitung der FWS Stade

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„Ich muss noch viel tun um das Abi zu erreichen.“

Angefangen hat es damit, dass ich von einem Lehrer das Angebot bekommen habe nach Deutschland zu fahren um da in der Freien Waldorf Schule Stade Abitur zu machen. Zuerst habe ich mir dabei nichts gedacht und als ich das meinen Eltern erzählt habe waren sie auch nicht gerade begeistert, vor allem mein Vater. Bis dahin habe ich auf einem Gymnasium gelernt und ich muss es zugeben, ich war nicht gerade der beste Schüler. Nach einigen intensiven Gesprächen mit meinen Eltern habe ich innerhalb von zwei Monaten beschlossen das Gymnasium zu verlassen und auf eine andere Schule („Elma") zu gehen, von der die Reise weiter nach Deutschland gehen sollte. Obwohl mir versichert wurde, dass alles klappen wird, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl in der Luft zu hängen. Ich kann mich noch gut an den letzten Abend erinnern, als ich mit meinen engsten Freunden gesessen habe und immer noch nicht glauben konnte, dass es am nächsten Tag endlich los gehen wird. Als wir in Stade angekommen sind und ich mein jetziges Zuhause erreicht habe, wurde ich sehr herzlich von meiner Gastfamilie empfangen. Mit der Gastfamilie verstehe ich mich ganz gut, es gibt Streit und Freude, eben wie in jeder ganz normalen Familie. Ich wundere mich jedes mal nur, wie sie mich ertragen können, denn inzwischen stehe ich schon so tief in ihrer Schuld, dass ich nicht weiß ob ich das jemals entschädigen kann. Die ersten Schultage waren eine ziemlich neue Erfahrung für mich, sowohl pädagogisch, als auch sozial. „Waldorf' war ein neuer Begriff für mich und mittlerweile sehe ich es sogar als eine bessere Alternative zu dem stumpfen Pauken auf dem Gymnasium (am Anfang sah es etwas anders aus). Und das soziale Umfeld war auch ziemlich ungewöhnlich. In Kazlu Ruda (Litauen) bin ich mit meinen Freunden aufgewachsen und kannte sie schon seit ich denken kann, und hier kannte ich nur ein paar aus der 12. Klasse. Inzwischen aber verstehe ich mich auch mit Einigen aus anderen Klassen ganz gut. Vor allem in meiner Klasse bin ich echt zufrieden, denn irgendwie erinnert sie mich an meine ehemalige Klasse auf dem Gymnasium. Mein Aufenthalt ist hier noch für die nächsten zwei Jahre geplant. Aber das hängt von meinen schulischen Leistungen ab. Der jetzige Stand ist nicht sehr gut und ich muss noch viel tun um das Abitur zu erreichen. Also, wie schon ein Freund von mir gesagt hat: „Nächstes Jahr..."

Jonas Pastelis

12.Klasse