RUDIMENTE Schülerzeitung der FWS Stade

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The dead-zone (Lehrerzimmer)

Wir befinden uns auf dem großen Flur der Waldorfschule in Stade. Es ist 8 Uhr morgens. Vereinzelt stehen Schüler wartend vor ihren Klassen. 8:05 Uhr: Die schwere, pingelig verschlossen gehaltene, Tür des Lehrerzimmervorraums ächzt, die Scharniere bewegen sich, die weisse Kasernentür öffnet sich. Das melancholisch – gutmütige Gesicht Herrn Plümers blickt verhalten in den Flur. Erwartungsvoll schauen ihn die Schüler an, wartend, wer wohl der erste sein wird der in den Klassenraum darf. Ein Lächeln huscht über Plümers Gesicht: „Morgen!“. 

„Morgen“ nuscheln einige Schüler. Offensichtlich gequält, von Gewissensbissen geplagt schließt Herr Plümer die Tür des Tabu-Raums wieder ab. Man war es ja gewohnt wie ein Verbrecher auf Bewährung behandelt zu werden wenn es um das alte Lehrerzimmer geht. „Was, sie haben Ihren Fuß über die Schwelle gesetzt?“, oder „bleiben Sie bitte draußen, ich gehe kurz zu dem Regal an der anderen Seite des Raumes“.

Seit Herbst wurde nun die für Schüler unzugängliche Zone ausgeweitet. Rechtfertigung seitens des Kollegiums: „Die Kopierer und die Zeichen –und Malmaterialien in den Regalen sollen für Schüler unzugänglich sein, da es in der Vergangenheit zu seltsamen Schwunden kam und die Kopierer oft zu privaten Zwecken verwendet wurden. “Mit anderen Worten: In Zukunft können also nur noch die Lehrer zu privaten Zwecken auf Materialien der Schule und die Kopierer zurückgreifen. Ein Misstrauensvotum gegen die Schülerschaft ist damit ausgesprochen. Neben den gewissensgebissenen Lehrern gibt es übrigens auch Pauker die ihren neuen Job als Gefängniswärter sichtlich genießen.

Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die neue Raumaufteilung dazu dient unsere stressgeplagten Lehrer in Ihren wenigen Pausen ungestört bleiben und ohne nervende Schüler ihren Kaffe genießen können – es ist nämlich so gut wie unmöglich einen Lehrer zu erreichen wenn er doppelt abgeschottet im High – Security Zimmer sitzt. Um sich auch in den Übergangszeiten (auf dem Weg vom Klassen- zum Lehrerzimmer) den Schülern zu entledigen, könnte man über eine architektonisch etwas aufwendige, aber sicherlich lohnende Umgestaltung des Schulgebäudes beraten. Mein persönlicher Vorschlag dazu: Die Klassentüren bleiben dauerhaft verschlossen. Vor den Fenstern der
Klassenräume werden günstige Trittleitern aufgestellt, so dass die Schüler direkt durch das Fenster in ihren Klassenraum gelangen. Des Weiteren werden Sichtschutze auf dem Schulhof aufgestellt, um die Lehrer getrennt von den Schülern in ihr Lehrerzimmer zu führen.

In diesem Sinne: auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern im nächsten Halbjahr!

Sebastian von Allwörden (11.Klasse)

 

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