RUDIMENTE Schülerzeitung der FWS Stade

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Feldmesspraktikum der 11. Klasse:

Am 1. Juni ging es los. Nein, eigentlich war das erste Erlebnis, was man mit dieser Fahrt in Verbindung bringen kann bereits einige Wochen vorher: In der Betreuerstunde an irgendeinem Mittwoch brach eine Debatte darüber aus, ob mit dem ICE oder dem 35-Mark Wochenendticket nach Frankreich zum Feldmessen gefahren wird. Nach demokratischer Abstimmung unter der Leitung Frau Peukers kamen wir zu folgendem Ergebnis: 23 Schüler möchten mit dem Inter City reisen, 3 Schüler wollen das Geld lieber sparen und jeweils 12mal auf Hin -und Rückweg umsteigen. Einmal nachgezählt kam Frau Peuker dann zu diesem Schluss: Wir fahren mit dem Wochenendticket.

Aus anfänglichem Unmut der Klasse über diese Entscheidung des Lehrers, wurde auf der 14Stündigen Fahrt in die Vogesen dann pure Freude. Trotz guter Stimmung und Überdruss, gingen weder Gepäckstücke noch Schüler auf einem der vielen Walachei-Bahnhöfen verloren.

In Freiburg angekommen wurden wir von einem Busfahrer, der wie wir erfuhren, ein abgeschlossenes Theologie Studium hat, zum sogenannten Maison Oberlin gefahren. Hier sollten wir die nächsten zwei Wochen verbringen. Beim Maison Oberlin handelt es sich um eine gigantische Holzhütte, die mitten in den Vogesen, nah einem 80 Seelen-Dorf steht. Inhaber der Einrichtung ist der Biobauer, der allen zukünftigen Biobauern Frankreichs ihr Handwerk lehrt. Das Haus war so sauber wie der Keller einer Studenten WG und zum Warm-Duschen musste man einen Ofen anheizen, wobei jedes Mal der Feuermelder Alarm schlug.

Wir schliefen in Schlafsäcken auf den selbstgebauten Betten. Falls der Schlafsack zur Abweisung der Kälte nicht mehr ausreichte, hatten wir Decken mit der Aufschrift „Deutsche Jugendherbergen“, welche man etwa aus Bilden von Flüchtlingslagern kennt.

Unser Betreuer Herr Barzen war stets gut gelaunt und sorgte dafür, dass die Fahrt nicht eine dieser typischen Waldorf-Wanderfahrten war. Der eigentliche Feldmesser, Norbert Kneip war eigens aus Freiburg angereist um uns bei unserer Arbeit anzuleiten. Das Equipment haben wir uns aus mehreren anderen Waldorfschule zusammengeliehen.

Das Feldmessen selbst besteht eigentlich darin, mit einem Theodoliten den Winkel und mit einem Maßband die Seitenlängen eines Mehrecks zu messen, in dem sich das zu vermessende Objekt befindet. Nun misst man im 90°Winkel zu der Führungslinie an bestimmte Stellen (möglichst Eckpunkte) des Objektes hinan. Mit folgenden Koordinaten kann man nun das Zielobjekt exakt in das Mehreck hineinzeichnen: Abstand des Messpunktes (der Punkt auf einer Seite des Mehrecks, von dem aus man im 90°Winkel...) zum Fluchtpunkt (eine Ecke des Mehrecks), und der Abstand zwischen Messpunkt und Objekt.  Verstanden? Falls nicht: Herr Kneip erklärt es gerne ausführlicher.

Wir haben es geschafft in den zwei Wochen ein Wasserkraftwerk inklusive umliegende Häuser und ein ganzes Dorf mit einer Kirche in der Mitte zu vermessen.

Die entstandenen Zeichnungen können gern in der 11. Klasse bewundert werden. 

Ein Dank noch an Kerstin Pomarius, welche sich aufopferungsvoll um den Küchendienst gekümmert hat. Außerdem bleibt zu erwähnen dass das Feldmesspraktikum die letzte Klassenfahrt mit Raphael Wroben war. Raphael ist mit Ende des letzten Schuljahrs von der Schule ins Berufsleben gegangen. Alles Gute!

 

Sebastian von Allwörden

11.Klasse