RUDIMENTE Schülerzeitung der FWS Stade

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Das Klassenspiel „Wir sind noch einmal davongekommen“

„Sehr doppeldeutiger Titel,“ antwortete mir jemand, nachdem ich ihm den Titel unseres Zwölftklassspiels genannt hatte. „Wir sind noch einmal davongekommen“, ein Stück geschrieben 1942 von Thornton Wilder.

Das Stück wurde von uns nicht mit so großer Mehrheit gewählt, wie vor vier Jahren unser Achtklassspiel und meiner Meinung nach profitierte es auch noch eindeutig davon, dass wir nicht gleich zwischen allen fünf vorgeschlagenen Stücken abstimmten, sondern zwei oder drei von ihnen in die engere Wahl nahmen.

So waren nach der Abstimmung nicht alle mit dem Stück zufrieden, eine Mehrheit in der Klasse hatte es aber trotzdem noch. Da wir uns noch vor den Sommerferien für das Stück entschieden hatten, konnten wir die Sommerferien nutzen, um unsere Rollen zu lernen, ob dies dann auch geschah wird hier nicht durchdiskutiert...

Ein kurzes Probentagebuch:

Montag der 20.8.2001

Es ist Montag, man merkt es... Alles hängt herum. Hannah ist gerade gekommen. Es ist übrigens 12.30 Uhr. Sie lag bis jetzt krank im Bett. Grippe. Was für ein Einsatz.

Man ist ein wenig durcheinander. Welchen Einsatz soll man nehmen??? Es ist anstrengend, da man hier doch das Kurzzeitgedächtnis öfter antrifft, als es einem lieb ist. Der Grund das viele von uns noch nicht in ihren Rollen sind, es ist schwer sich mit diesen komischen Texten zu identifizieren, eine Anforderung... der wir gewachsen sind. Denk ich mal so.

Freitag 24.8.2001

5. Stunde. Ich frage mich wie das alles klappen soll. In weniger als einer Woche muss alles stehen, sitzen und sein.

Im großen und ganzen ist doch alles angespannt, bzw. gespannt.

Diejenigen, die auf der Bühne sind, sind ermüdet. Nicht stoppende Lachanfälle über Versprecher oder komische Gesten erscheinen. Unkonzentriertheit sowieso. Diejenigen die die Stellwände weiß anstreichen wundern sich, wo die nicht schauspielernden Leute sind.

Saskia Wolter, 12. Klasse

Allen von uns war klar, dass wir nur dreieinhalb Wochen Zeit für die
Proben hatten. Und so waren wir auch etwas überrascht, als wir am ersten Schultag im Saal unserer Schule erfuhren, dass Herr Schubert nicht in der Schule, sondern auf Kur sei, und so nicht die Regie führen könnte.

Doch schon wenig später „zog Herr Hohenstein einmal wieder seinen
letzten Joker aus dem Ärmel“, als den sich Herr Fuchs selber bezeichnete.

Die nächste Überraschung war, dass die Rollenverteilung wohl doch nicht so klar gewesen war, wie zumindest ein Teil der Klasse vor den Ferien angenommen hatte. Gott sei Dank, auch dieses Problem lies sich schnell aus dem Weg räumen, zusätzliche Aufgaben wie Programmheft, Plakat und Kostümverwaltung wurden schnell an einzelne Personen übertragen, die Proben konnten beginnen.

Diese kamen Anfangs nur sehr schleppend voran. Während ein
Großteil unserer Klasse im Saal auf den Stühlen herumhing, befand sich eine Handvoll von Schülern auf der Bühne, um einzelne Szenen
auszuprobieren, ihre Wege zu finden.

Gerade für diejenigen Schüler die nichts zu tun hatten und auf den
Stühlen herumsaßen, war dies außerordentlich anstrengend, manche Schüler waren den ganzen Tag in der Schule, ohne nur einmal auf der
Bühne gestanden zu haben.

Nachdem die „Wegfindung“ abgeschlossen war, ging man dazu über, ganze Szenen und Akte am Stück zu spielen. Schüler die an den Proben nicht beteiligt waren, sollten sich im Bühnenbild und Requisiten kümmern, was leider nicht immer ganz einwandfrei funktionierte, worüber sich dann wieder die Schüler auf der Bühne aufregten.

So kam es immer wieder zu Diskussionen hinter der Bühne, jeder war mit irgendetwas unzufrieden. All dieses steigerte sich bis zum Mittwoch dem 29. August, an dem mehreren Leuten der Kragen platzte und jeder mal so richtig seine Meinung sagte.

Nach dieser Aussprache lief die Probe am Abend des selben Tages
außerordentlich erfolgreich ab. Wir tankten neues Selbstvertrauen und
eine Aufführung zwei Tage später schien wieder möglich.

Auch die Generalprobe am nächsten Tag funktionierte sehr gut, sodass doch noch alle sehr optimistisch den Aufführungen entgegen sahen.

Und abgesehen von ein par kleinen Pannen haben wir ja auch alle
Aufführungen erfolgreich abschließen können.

Im Nachhinein kann man sagen, dass das Klassenspiel zwar manchmal viel Frust verursacht hat, aber mir persönlich hat es auch viel Spaß
gemacht. Und wieder sind wir noch einmal...

...davongekommen.

 

Claas Wilke 

12. Klasse