Litauen: Klassenfahrt der ehem. 10. Klasse
Die elfte Klasse der Freien Waldorfschule Stade hat bisher, seit dem vierten Schuljahr jedes Jahr ein
Klassenfahrt gemacht. Wenn man die Hausbauepoche in Klasse drei mit Übernachtung im
Rüstjer
Forst mitzählt, sogar schon seit der dritten Klasse. Klar also, dass auch in der zehnten Klasse eine
Klassenfahrt nicht fehlen durfte. Zu diesem Ergebnis kam man schon in den ersten Betreuerstunden
nach den Sommerferien. Auch der nächste Punkt war schnell abgehakt, die Mehrheit war für eine
soziale Klassenfahrt, Herr Hohenstein und Herr Wüstenfeld erhielten den Auftrag, Vorschläge für
soziale Fahrten zu machen.
Nachdem erst ein Kindergarten in Kroatien im Gespräch war, entschloss man sich, nicht ohne Einfluss
der Eltern um, eine Staatliche Schule in Litauen zu besuchen, die sich allerdings an
der
Waldorfpädagogik orientiert.
Unsere Reise nach Litauen unternahmen wir mit der
Bahn, für Hin- und Rückfahrt benötigten wir
jeweils ungefähr 24 Stunden. Am Bahnhof in Kazlu Ruda wurden wir herzlich von den Schülern der
Schule empfangen. Nach einem ungefähr halbstündigen Fußmarsch erreichten wir die Schule, wo uns
das Programm für die eineinhalb Arbeitswochen vorgestellt wurde. Bei der Schule handelte es sich um
eine Staatliche Gesamtschule mit zehn Klassen, deren Schüler die Möglichkeit haben danach ans
Gymnasium zu wechseln. Uns wurde erzählt, dass die meisten Schüler allerdings schon ein, zwei Jahre
früher wechseln, sodass die oberen Klassen dieser Schule nicht besonders groß
sind.
Die Arbeiten die wir in diesen Tagen an der Schule verrichteten, waren sehr verschieden und
abwechslungsreich. Im Vordergrund stand dabei das bemahlen der Schulfassade in den litauischen
Nationalfarben (gelb, grün und rot), außerdem gab es aber noch Holzarbeiten, Fensterstreichen, eine
Werkstatt mit Glasswolle zu dämmen und ein Mosaik in einem Flur der Schule fertig zustellen. Bei der
Arbeit halfen viele der litauischen Schüler, die schon Sommerferien hatten. Fairerweise muss man
sagen, dass auch viele Schüler des örtlichen Gymnasiums dabei waren. Während der Arbeit
kommunizierten wir mit den Litauern auf Deutsch und auf Englisch, da die Litauer jeweils eine dieser
beiden Sprachen als erste Fremdsprache lernen.
Natürlich haben wir nicht nur gearbeitet, die Fresken, die an die Schulfassade gemahlt werden sollten,
wurden zum größten Teil nur bunte Wände...
Nach der Arbeit und in den Pausen wurde oft Fußball und Volleyball gespielt, abends war oft
sogenanntes 'Zwangsentertainment'. Unter anderem wurden die Schulen und
gegenseitig vorgestellt, dabei mussten wir allerdings etwas improvisieren...
An einem Tag waren wir in Vilnius, der Hauptstatt Litauens, außerdem lernten wir den Ort, für die
Litauer war es eine Stadt, Kazlu Ruda etwas genauer kennen.
Nach diesen eineinhalb Wochen in waren wir uns einig, dass man ruhig noch einmal eine solche
Fahrt
machen könnte, vielleicht wird ja aus der Partnerschaft mit dieser Schule mehr, als mit der der
Waldorfschule aus Bergen (Norwegen)...
Claas Christopher Wilke
11. Klasse