RUDIMENTE Schülerzeitung der FWS Stade

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Unauffälliges Zucken mit der rechten Augenbraue

"Sehnsüchtig“ erwarteten wir diesen Tag, an dem wir endlich mal wieder allen zeigen durften, woran wir ein Jahr lang in überzogenen, schweißtreibenden Stunden gearbeitet hatten:

Eurythmie.

Manch einer, der nicht dem Waldorfverein angehörig ist, muss wohl unauffällig mit der rechten Augenbraue gezuckt haben und seinen Sitznachbarn mit zwei großen Fragezeichen in den Augen gefragt haben, ob diese heilig wirkenden Tänze den Stundenplan der Oberstüfler regieren...?

Der Befragte wird wohl mit einem Lächeln auf den Lippen mit den Schultern gezuckt haben und uns andächtig bei den kleinen Sprüngen, zu denen Frau Peuker in den Unterrichtsstunden lauthals „tatita... tatita...!“ sang, nein, schrie(...!), zugesehen haben.

Ja, es sah mal wieder ganz danach aus, als würde es ein Eurythmieabend werden.

Aber ich gebe zu: Es ist schon immer wieder schön, albern kichernd am Bühnenrand zu stehen und unserem Oberstufenorchester, dessen Auftritt ich leider nicht miterleben durfte, da ich hinter der Bühne gerade mühsam versuchte, mein Engelseurythmiekleidchen so anzuziehen, dass es keine Falten wirft! Es ist sowieso bei solchen Aufführungen hinter der Bühne meist schöner als vor der Bühne auf einem der Zuschauersitze auszuharren.

Ich weiß nicht warum und ich werde dieses Geheimnis wohl auch niemals lüften, aber es ist geradezu erstaunlich, wie positiv die Stimmung unter uns Schülern dann immer ist. Alle haben sich in solchen Momenten doch irgendwie gern und applaudieren was das Zeug hält, mit Pfiffen, versteht sich! Die 10.Klasse führte an diesem Abend ein langatmiges Stück à la Stabwurf auf.

Ich glaube, es ist einiges schief gegangen bei diesem Auftritt, zumindest stand eine lachende, den Tränen nahe stehende Frau Peuker neben mir, aber das machte gar nichts. Es kann und darf ja nicht immer alles perfekt sein... Außerdem ist es doch schön unsere Lehrerin mal so lachen zu sehen!

Geradezu perfekt jedoch waren die Solo-Auftritte von Sarah-Maria und als Dou Johanna und Almuth. Ich war überrascht über diese Auftritte. Ich wusste gar nichts davon und war wirklich erstaunt, wie ausdruckstark und überzeugend alle drei das rüberbringen konnten. Es war super!

Was sich bei solchen Abenden wohl nie ändern wird, sind die lauten Schüler, die am Bühneneingang stehen und einfach nicht zur Ruhe kommen. Da können Frau Voss und Frau Gründahl solange mit dem Auftrittszettel wedeln und den Finger auf den Mund legen, wie sie wollen: Es hilft nichts.

Ein paar Schüler aus der 11.Klasse trauten sich an einen französischen Sketch: „L’Art“. Sie hatten es nur ein paar Tage vorher ein paar mal geübt und die Frage war, ob die Zuschauer es wohl verstehen würden? Aber es war gelungen!

Übrigens: Es ist interessant, wie viel Gelächter ein kleines Wörtchen „Sch....“, nein, das kann und will ich jetzt nicht aufschreiben, auslösen kann!

Heute trat der Oberstufenchor mal in größerer Schüleranzahl auf. Sie sangen –glaube ich- 4 Lieder.

Zum Abschluss gab es ein trauriges Stück: „Leaving on a Jetplane“ von John Denver. Ein Lied, welches manch einen melancholisch in Erinnerungen schwelgen ließ.

Ein Mangel hat der Chor aber: Die männlichen Stimmen fehlen! Jungs, traut euch! Ihr könnt doch singen? Jeder kann singen (wenn er nur will)!

Ihr braucht euch nur bei Herrn Winter melden. Bald sind Sommerferien (endlich) und dann können wir alle neu wählen. Lasst uns aus dem Chor einen Super-Chor machen!

Bei dämmrigen Licht war nun eine engstehende Menschengruppe auf der Bühne zu sehen. Herr Plümer, bei dem Licht während seiner Ansprache kaum zu erkennen, hatte mit der 12.Klasse ein philosophisches Stück „eingeübt“.

Langsam geht die Menschenmenge auseinander und bestaunt und betrachtet einen in der Mitte stehenden Einkaufswagen. „Ob er wohl einsam ist, ohne all’ die anderen?“ Hinten geht die Tür auf, die Bühne wird gestürmt. Und was sollte das jetzt alles?

Szenenwechsel: Ein Bass ertönte, eine Hand fuhr über die Tasten des Flügels, Gitarrenklänge erfüllten den Raum. Elena sang „Killing me softly“.

Danach wurde es fetziger. Am Bühnenrand steht die aufgeregte Designerin, die nun jeweils eines ihrer Kunstvoll aufgestylten Models auf die Bühne schickt.

Die Erste aufreizend, viel Haut zeigend, mit laszivem Blick über die Bühne schreitend, die Zweite mit mittelalterlichem Bauklotzkleid und Kopftuch und die Dritte übers ganze Gesicht strahlend mit dem Weltkleid. Johanna wurde für ihre Nähkünste mit einem lauten Beifall belohnt.

Eigentlich wäre der Abend an dieser Stelle zuende gewesen, so hatten Anna (12.Klasse) und ich (11.Klasse) uns jedoch am Nachmittag nach einer gemütlichen Session entschlossen, ein paar Lieder in Begleitung von Gitarre, vorzutragen. Wir setzten uns vorne auf die Bühne und sangen vier Lieder. Eines meiner Lieblingslieder (von Tracy Chapman „Baby can I hold you“) sangen wir zweistimmig. Anna sang von Suzanne Vega „Luka“ und nach dem fröhlichen „Bacardi Feeling“ gab ich noch ein selbstgeschriebenes Stück „I wanna die to forget you“ zum Besten. Anna und mir hat es sehr viel Spaß gemacht!

Und so klang der Oberstufenabend im wahrsten Sinne des Wortes aus. Und ich muss sagen, dieser Oberstufenabend hat viel Spaß gemacht und war richtig schön!

Ich bin gespannt, wie mein nächster und letzter im nächsten Jahr wird.

Inga Wehnert

12.Klasse