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Praktikum in der Druckerei Pusch
Meine Schwester gehört zu den sogenannten "Schneeschiebern", also den Schülern, die die Praktika in
der Oberstufe für die anderen Schüler zu testen hatten. Für mich war dies insofern von Vorteil, als
dass ich schon zwei Jahre eher erfuhr, was da auf mich zukommen sollte. Schon in der neunten Klasse
begann ich mir Gedanken über die Praktika zu machen, die erst zwei Jahre später beginnen sollten.
Was ich machen wollte, war mir eigentlich gleich klar. Entweder Arbeit in einer Zeitungsredaktion,
oder irgendetwas mit Design und Gestaltung. So war die Frage, was ich machen wollte ziemlich
schnell
geklärt, die Frage wo ich die Praktika machen sollte, klärte sich dagegen erst Ende der zehnten Klasse,
als ich begann, mich zu "kümmern".
Das Finden eines Betriebes für die Praktika war gar nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Es gab grundsätzlich zwei Arten von Absagen. Entweder waren schon alle Praktikumplätze vergeben,
oder man bekam den freundlichen Hinweis, Praktika für Schüler mache man sowieso nicht; auch der
Verweis auf Waldorfschule half hier nicht weiter.
Schließlich sollte es dann aber doch klappen. Als ich damit begann, die Betriebe einfach noch einmal
anzurufen, bekam ich prompt die Erlaubnis, eine Bewerbung schicken zu dürfen, ein echter Erfolg!
Zwei Wochen später kam dann die erste Ernüchterung, die Bewerbung war nicht angekommen, da der
Betrieb vor kurzer Zeit umgezogen war. Im zweiten Versuch per Fax klappte es dann aber, ich hatte
meinen Betrieb. Zwar keine Zeitungsredaktion, aber immerhin eine Druckerei.
Soviel zur Betriebssuche, vielleicht erzähle ich nun doch noch etwas über meine Arbeit in der
Druckerei.
Die Arbeit beginnt morgens um kurz nach acht, und endet meistens zwischen 16 und 17 Uhr, je
nachdem wie viel zu tun ist. Die Arbeit ist sehr variabel, was heißt, es wird das getan, was gerade zu
tun ist, auch wenn dies bedeutet drei Tage lang Kopien zu machen, oder Bilder
einzuscannen. Einen
Großteil der Arbeit erledigt man am PC, bzw. am Macintosh, hier wird alles gesetzt, von der
Visitenkarte und dem Briefkopf, bis zur Broschüre oder dem ganzen Buch. Besonders angenehm ist
dabei, dass die Arbeit, die man erledigt nicht für den Papierkorb erledigt wird. Alles was ich setze, wird
später auch gedruckt und es macht Spaß, wenn man die Sachen, die man selber am Computer gesetzt
hat, zwei Wochen später fertiggedruckt begutachten kann.
Satzarbeiten am Computer sind aber nur ein Teil der Arbeit; nicht nur mit Computern und Maschinen,
auch mit Papier kommt man viel in Verbindung. Papier schneiden, abzählen,
verpacken, das ist alles
kein Problem mehr, seit meinem ersten Praktikum...
Außerdem sind noch Druckplatten zu erstellen, Filme zu belichten und halt auch die Druckerei
auszufegen, sowie Autos zu waschen, zu saugen und, und, und...
Nachdem ich jetzt drei der fünf Praktika in der Druckerei absolviert habe, kann ich behaupten, einen
echten Glückstreffer gelandet zu haben. Zwar wird man als Praktikant häufig ausgenutzt, besonders
seit man auch mit dem Auto mobil ist, aber die Arbeit ist vielseitig und macht Spaß. Wenn nichts
dazwischen kommt, werde ich auch die beiden letzten Praktika im nächsten Schuljahr in der Druckerei
absolvieren.
Claas Wilke
11. Klasse |