RUDIMENTE Schülerzeitung der FWS Stade

Home
Nach oben
Leserbriefe
Archiv
Redaktion
Unser prämiertes Titelblatt
Gästebuch
Werbepartner
Links

 

Rechtsradikalismus in Deutschland

Immer wieder hört man davon, dass Ausländer von Skinheads zu Tode geprügelt wurden. Und es drängt sich eine Frage auf: Warum?

Wenn man sich im Internet umschaut, kommt man sehr schnell auf die Websites der großen rechtsradikalen Parteien, wie z.B. DVU, NPD oder REP. In ihren Wahlprogrammen fordern sie eine Wiederaufnahme der Grenzkontrollen an allen deutschen Grenzen, sowie die „Arbeit zuerst für Deutsche“. Mittlerweile marschieren Skinheads bei Anti-AKW-, Antiglobalisierungs- und Friedensdemos mit. Das diese Demos jedoch meist von Parteien und Organisationen veranstaltet werden, die sich eher Links anordnen würden scheint die Rechten nicht zu stören. Vor allem im Osten haben die rechten Parteien einen enormen Zulauf, obwohl es dort im Deutschlandvergleich besonders wenig Ausländer gibt. Gerade immer mehr Jugendliche sympathisieren mit den Rechten. Sie werden aus ihrem trostlosen Alltag mit Aktionen geködert, die Anfangs harmlos scheinen und erst später eindeutig parteipolitische Tendenzen haben.

Der Staat ist machtlos angesichts der vielen verzweigten Unterorganisationen, die man gar nicht so schnell verbieten kann, wie neue entstehen. Deshalb gibt es Verbotslisten für rechtsradikale Musik, Schriften (Bücher, etc), Computerspiele, Videos, Sprüche, Zeichen, aber auch für Parteien und Organisationen. Allen Fans der BÖHSEN ONKELZ sei an dieser Stelle gesagt:
Auch Lieder dieser Gruppe sind verboten!!! Früher war die Gruppe sehr nah am rechten Rand, mit ihren Songtexten, erst als ein Verbot der BÖHSEN ONKELZ kurz bevor stand, änderte sich der Inhalt der Liedtexte. Ob sich auch die Meinung der Gruppenmitglieder geändert hat, sei dahingestellt...

Wie ihr vielleicht schon gehört habt, soll jetzt die NPD verboten werden, eine rechtsradikale Partei, die zum Ausländerhass aufruft und die Verfassung nicht anerkennt. Doch das anstehende Verbot hat die Partei leider eher aufgewertet, vor allem, weil sich die Politiker nicht einig waren...

Was könnt ihr tun, wenn ihr Zeuge rechter Straftaten werdet?

·Ausrufe wie „Sieg Heil“ oder „Heil Hitler“ Rufe sind genauso verboten wie verehrende Hitlerbilder, z.B. auf T-Shirts. Auch sogenannte Kampflieder oder verfremdete Texte eines nationalsozialistischen Liedes sind verboten. Ausserdem ist die Verbreitung von Abbildungen wie Hakenkreuzen (in allen Variationen), Reichskriegsflaggen usw. mit Hakenkreuzen strafbar.

·Solltest du beobachten, wie jemand gegen die oben aufgelisteten Verbote verstößt, musst du ihn sofort anzeigen, denn wenn man die Taten der Faschisten duldet, trauen sie sich jeden Tag mehr und werden somit immer mächtiger.

Und wie verhält man sich, wenn Rechtsextreme gewalttätig werden?

Wenn du nicht betroffen bist:

·Spreche das Opfer an:“ Brauchst du Hilfe“ oder „Kann ich Ihnen helfen?“

·Zeig Zivilcourage, dass heißt nicht, dass du dich mit den Tätern prügeln sollst, sondern dass du die umstehenden Menschen ansprichst und um Mithilfe bittest. In Zügen und S- oder U-Bahnen gibt es Notbremsen, die ihr in schlimmen Fällen auf jeden Fall betätigen solltet, oft gibt es hier auch Sprechanlage, wo ihr Kontakt zum Zugführer aufnehmen könnt. Im Bus solltet ihr schnellstmöglich den Fahrer informieren.

·Achtung: Wenn ihr einfach nur wegguckt könnt ihr wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden!

Wenn du betroffen bist:

·Sieze den Täter! Das zeigt den umstehenden Leuten, dass du ihn nicht kennst, der Streit also nichts privates ist.

·Spreche die umstehenden Leute am Besten direkt an, also z.B. „Hey, sie da mit der blaue Mütze, helfen Sie mir, ich werde bedroht“. Unter folgenden

Telefonnummern findest du kostenlose Hilfe, als Opfer von Gewalt oder auch bei anderen Problemen:

Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222

Kinder- und Jugendtelefon: 0800-1110333 (montags bis freitags 15.00-19.00 Uhr)

Wenn du aber eingreifen willst, z.B. weil du mit mehreren Leuten unterwegs bist:

·Geh auf den Täter zu und fordere ihn auf, sofort aufzuhören. Dies kann sehr hilfreich sein, da der Täter spüren wird, dass Wiederstand von euch kommt und er damit rechnen muss, dass ihr ihn überwältigt.

·Oder geh genau den anderen Weg, biete ihm ein Kaugummi an und verwickele ihn in ein belangloses Gespräch, auch das kann helfen.

·Faustregel: Den Täter ansprechen, sachlich bleiben und ihn auf keinen Fall provozieren! Schnell die Polizei informieren, die Nummer 110 ist genau dafür da!

Ihr merkt schon, es gibt kein Patentrezept, aber MAN MUSS HANDELN und darf nicht untätig zusehen!

Auf was für einem Vormarsch die Rechtsradikalen in Europa sind, kann man zur Zeit sehr gut in Frankreich beobachten, wo Le Pen, der Kandidat der Rechtsradikalen, beim ersten Wahldurchgang zur Präsidentenwahl 17% erhielt und somit sogar den Kandidaten der Sozialisten besiegte. Im zweiten Wahlgang wurde er zwar deutlich von Chiraque besiegt, doch allein, dass es soweit kommen konnte, dass ein Rechtsradikaler die Chance hat, in einem Land Präsident zu werden, welches sich der drei Grundechte liberté, egalité, fraternité, , also Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verschrieben hat . Zwischen dem ersten und dem zweiten Wahlgang fanden in Frankreich fast täglich Massenproteste gegen Le Pen statt. Die Demonstranten waren vor allem junge Nichtwähler, die der Meinung waren, dass sie sowieso nichts ändern könnten mit ihrer Stimme. Doch dies erwies sich als falsch. Wären alle Franzosen zur Wahl gegangen, hätte Le Pen niemals 17% der Wählerstimmen bekommen, deshalb meine persönliche Bitte an euch:

Geht wählen, auch wenn euch nicht gefällt was „die da oben“ machen, es ist immer noch besser, als eine braune Diktatur!

Moritz Morgenstern

12.Klasse