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Exklusiv für euch: Es ist 9:45 Uhr: RUDIMENTE Redakteure Sebastian von Allwörden und Moritz Morgenstern bereiten sich auf ihren lebensgefährlichen Einsatz vor – unter höchster Gefahr wollen die beiden, ausgerüstet mit einer Infrarotkamera, in das stark bewachte Jungenklo der Waldorfschule eindringen. Das Klo ist entweder verschlossen oder es wird von Herrn Hohenstein bewacht, einem nicht zu unterschätzenden, sehr erfahrenen Wachsoldaten aus der international anerkannten Eliteeinheit zur Objektsicherung: dem K.O.L.L.E.G.I.U.M.! 9:55: die beiden Redakteure wagen sich die Treppe hoch. Vorsichtig lugen sie über den Treppenabsatz. Letzter Materialcheck. 9:57: Herr Hohenstein dreht sich von dem zu stürmenden Objekt weg – los geht’s! Schnell huschen die beiden Redakteure durch die weiße Tür in das innere des Jungenklos. Der Puls auf 160 – bloß keine Panik! Schnell wird das Equipment aus der Tasche geholt und die Fotos geschossen. 9:58: Plötzlich bewegt sich der Türgriff. Dann: Totenstille. Herr Hohenstein hatte die nur angelehnte Tür ganz zu gemacht. Nach einigen Überlegungen eventuell durch das Fenster zu klettern und über das Unterstufendach zu flüchten verwarfen die beiden schnell wieder, weil der Wachposten Nummer 6, Codewort: „Pomarius“, gerade einen Rundgang im Unterstufengarten machte. 10:00: Durch das Schlüsselloch sehen die beiden, dass sich Herr Hohenstein zwar im Vorraum befindet, aber gerade eine Unterhaltung mit Frau Voss führt. Sie wagen den gefährlichen Schritt in die Freiheit und stürmen aus dem Klo, die Treppe herunter in das Klassenzimmer. Sebastian von Allwörden 12.Klasse Und hier exklusiv für euch RUDIMENTE-Leser, die ersten Fotos der streng bewachten Jungsklos:
Tankstellen-Atmosphäre Nun wollen wir einen etwas ernsteren Blick auf die Situation der männlichen Schüler werfen, die, bei dem Versuch sich einer von der Natur in regelmäßigen Abständen auferlegten Last befreien zu wollen, vor den so häufig verschlossenen Türen des Jungenklos stehen. Nachdem vor einigen Monaten Schüler, mit einem offensichtlich etwas beeinträchtigten Sozialverständnis, im Jungenklo der Schule randalierten, ist der Ort der Erleichterung nur noch zugänglich wenn ein Lehrer im Vorraum steht und den Ausgang des Klos überwacht. Mal abgesehen von der, ja nicht so unwahrscheinlichen, Möglichkeit, dass man während des Unterrichtes (beispielsweise einer der häufigen Doppelstunden) auf die Toilette muss, ist es in Ordnung, dass das Klo nur in den Pausen geöffnet ist. Aber oft ist nicht einmal das der Fall. Ab der sechsten Stunde ist das Klo durchgehend geschlossen und auch vorher steht man in den Pausen oft vor verschlossenen Türen. Stellungnahme des Kollegiums: „Wer auf das Klo muss kann sich jederzeit von einem der Lehrer den Schlüssel holen.“ Das klingt ja toll! Jedes Mal wenn einer von 140 Schülern aufs Klo muss, geht er zum Lehrer um sich wie in einem zweitklassigen Supermarkt oder an einer Tankstelle den Schlüssel zu holen. Die RUDIMENTE meint: eine unzumutbare Situation für Lehrer und Schüler. Es ist das gute Recht eines Schülers jederzeit bei Bedarf die Toilette benutzen zu können, ohne dafür um einen Schlüssel bitten zu müssen. Wäre es nicht sinnvoller das Klo immer geöffnet zu lassen, und nur manchmal zu kontrollieren. Wenn man den Schülern klar macht, dass das Klo nur geöffnet bleibt, wenn es keine weiteren negativen Vorfäller im Zusammenhang mit der Jungetoilette gibt, wird sich auch keiner mehr mit Toiletten-Vandalismus zu rühmen wagen. Sebastian von Allwörden 12.Klasse |